Seit 1983 gibt es ein Hilfsmittel für Berechnung von Mietminderungen. Die Hamburger Tabelle wurde vom Landgericht Hamburg verwendet als eine Art Rechenvorlage. Allerdings zählt die Hamburger Tabelle nicht zu den verbreiteten Mietminderungstabellen, so dass sie sich in der Rechtsprechung und bei Immobiliengutachtern nicht wirklich durchsetzen konnte.

Eine Mietminderung muss per Gesetz immer angemessen sein. Mieter und Vermieter werden sich hier selten einig, da es für die Berechnung der Mietminderung keine allgemeingültige Grundlage gibt. In ähnlichen Fallkonstellationen kam es häufig zu sehr unterschiedlichen Urteilen, die verschiedene Gerichte gefällt haben.

Da Urteil Az. 16 S 332/82, vgl. WuM 1983, 290, welches am 24.05.1983 vom Hamburger Landgericht gefällt wurde, bildete die Basis für die Hamburger Tabelle, die der Immobiliensachverständige Kamphausen entwickelte. Im verhandelten Fall ging es um Mängel in einer mehrere Räume umfassenden, größeren Mietwohnung. Um eine entsprechende Mietminderung zu errechnen, mussten nun die vorhandenen Mängel gegeneinander abgewogen werden.

Für jeden Raum der Wohnung setzte das Gericht einen anderen Wohnwert fest, bei dem der Immobiliensachverständige die Größe und Nutzungsart der Räume berücksichtigen musste. Für eine Beurteilung musste zunächst ermittelt werden, welcher Mietanteil auf welchen Raum angerechnet werden sollte. Das Wohnzimmer wurde aufgrund seiner Größe und Nutzung mit 28 % der Miete belegt. Als nächstes blieb zu bestimmen, in welchem Maße die Nutzung durch die Mängel eingeschränkt war. In diesem Fall ergab sich eine Nutzungseinschränkung von rund 12 %.

Die Mietminderungsquote wurde entsprechend für das Wohnzimmer auf den Mietanteil von 28 % ebenfalls auf 12 % beziffert. Bei einer Bruttomiete von 500 Euro entfielen auf den Wohnwert des Wohnzimmers auf Grundlage der 28 % Mietanteil 140 Euro. Entsprechend ergab sich bei einer Nutzungseinschränkung von 12 % eine Wertminderung von 16,80 Euro.

In der Hamburger Tabelle wurden vom Immobiliensachverständigen für diesen konkreten Fall berechnete Werte dargestellt. Das Wohnzimmer erhielt entsprechend dem Wohnwert 28 %, das Schlafzimmer einen Wohnwert von 12 % und die Küche einen Wohnwert von 10 %.

Das Gericht stellte allerdings klar, dass die vom Immobiliengutachter berechneten Werte nicht einfach für alle Räume aufaddiert werden dürften. Eine Gesamtbetrachtung der Verhältnisse wäre notwendig. Bei anderer Wohnungsgröße, Nutzungsart oder Raumaufteilung seien andere Prozentsätze maßgebend und anzuwenden. Das Gericht verwies darauf, dass die angegebenen Prozentsätze sich nur auf diesen Einzelfall bezögen und nicht auf jede beliebige Fallkonstellation angewandt werden könnten. Schließlich seien alle Wohnungen anders und die Wohnverhältnisse und Größenverhältnisse würden sich stark unterscheiden.

Für den Immobiliensachverständigen war ein hoher Rechenaufwand erforderlich, um die Werte der Hamburger Tabelle zu ermitteln, die trotzdem nicht auf andere Wohnverhältnisse übertragbar ist. In der Rechtsprechung konnte sich die Hamburger Tabelle aus diesem Grund nicht durchsetzen. Entsprechend gilt die Hamburger Tabelle auch unter Immobiliensachverständigen nicht als allgemein anerkanntes Hilfsmittel bei der Berechnung von Mietminderungen. Schließlich lassen sich die Prozente nicht auf beliebige Fälle anwenden.